Vom Öl zum Heilwasser - Die Erfolgsgeschichte von Bad Waltersdorf


Projekt: TV-Dokumentation (45min.), ORF III
Produktion: RANfilm 2012
Sprache: Deutsch
Buch: Fritz Aigner
Regie: Alfred Ninaus
Produzent: Alfred Ninaus

1975. Ein ereignisreiches Jahr. Der Vietnam-Krieg findet ein Ende, Bill Gates gründet Microsoft, Steven Spielberg schockt mit seinem Weißen Hai die Badegäste der Strände dieser Welt. Margaret Thatcher wird zur Parteivorsitzenden der britischen Konservativen gewählt. Niki Lauda erlangt erstmals den Formel 1-Weltmeister-Titel. Bei den Nationalratswahlen in Österreich sichert sich Bruno Kreisky einmal mehr die absolute Mehrheit...

...und in der beschaulichen oststeirischen Marktgemeinde Waltersdorf beginnt die österreichische Rohölaufschließungsgesellschaft im sogenannten Hühnergraben nach Öl zu bohren. Öl findet sie dabei keines, aber: in 1150 Metern tiefe stößt sie auf eine Thermalwasserquelle, die fortan die Zukunft der Region bestimmt. Anfangs wird die Quelle zur Wärmeversorgung genutzt, doch schon bald streben die WaltersdorferInnen nach mehr. 1980 beginnt der Bau eines Heilbades - ohne jegliche Unterstützung von Seiten des Landes riskieren 43 WaltersdorferInnen alles: Sie investieren in den Bau und legen damit den Grundstein für den weiteren Weg der Region. 1984 wird die Heiltherme eröffnet, 1988 wird Waltersdorf zum Kurort erklärt und darf sich von da an Bad Waltersdorf nennen. Ein Aufschwung für die gesamte Region, die seit jener Zeit vom Tourismus bestimmt wird. Bis heute.

In Bad Waltersdorf will man kein Tourismus-Gigant sein. Sanfter Tourismus statt Massen-Kur, den Gästen ihre Individualität belassen. Aber wie individuell ist Bad Waltersdorf eigentlich selbst noch im Steirischen Thermenland, wo eine Therme neben der anderen liegt, umringt von lukrativen Hotelanlagen, wo das Angebot den Überblick erschwert? Und wie zukunftsweisend ist der Tourismus an sich, der die Gemeinde abhängig macht von Gästen von außen? Wie lange kann die Heiltherme Quelle des Lebens für Bad Waltersdorf sein?

Wohin entwickelt sich der Ort? Weiter in Richtung grenzenloses Wachstum – immer schneller, immer größer, immer mehr Gäste, immer mehr Abhängigkeiten – oder sucht er seinen Fortschritt im Kleinen, im Bescheidenen, im Autarken?




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